Walter-Hallstein-Preis

Die Stadt Frankfurt, die Johann Wolfang Goethe-Universität Frankfurt am Main sowie die Dresdner Bank verleihen auf dem Walter–Hallstein–Symposium alljährlich einen Preis, der herausragende Leistungen für die Entwicklung der Europäischen Union als Friedensordnung in Europa ehrt.

Eine Auszeichnung für Verdienste um die europäische Integration – geehrt wird ein Visionär, der an der geistigen Gestaltung des vereinten Europas mitwirkt.

Am 10. November wird in Frankfurt der Walter–Hallstein–Preis 2008 an Prof. Dr. phil. Claudio Magris verliehen

Preisträger:

Als notwendig für das nachhaltige Gelingen des europäischen Einigungsprozesses sehe ich die geistige und emotionale Durchdringung des Themas. Hierauf baut mein Entwurf auf, den ich im Folgenden erläutere:

  • Die Plastik präsentiert sich in gelassener Erhabenheit. Durch die klare Formensprache nimmt das Auge primär den harmonischen Farbklang aus hellem warmen Holz, dunklem Eisen und edlem Blattgold auf ruhige Weise war.
  • Der Betrachter kann jedoch keinen Ruhepunkt ausmachen, denn die so wahrgenommene Einheit entsteht aus einer fordernden Vielfalt.
  • Die Streben unterscheiden sich in ihren Dimensionen: sind schmäler oder breiter, dicker oder dünner und wachsen unterschiedlich hoch hinaus.
  • Die Wertschätzung jedes einzelnen Profils in seiner Eigenheit wird durch das Blattgold unterstrichen.
  • Aus einem sichtbar offenen System ragen die Streben empor: Plätze werden bewusst eingenommen, andere sind (noch) frei geblieben. Mit jeder zugefügten Eisenstrebe wächst das Gewicht nicht nur der Skulptur …
  • Die Vielfalt setzt sich in den Betrachtungsperspektiven fort: aus jeder Blickrichtung ergibt sich ein auf eigene Weise interessantes Bild. Dieses gestaltet sich nur durch das Wahrnehmen und dann ein schätzendes und anerkennendes Miteinander der unterschiedlichen Dimensionen und Profile. Dafür sollen hier die Sinne sensibilisiert werden. In dieser überzeugenden Union kann, je nach Perspektive, der entscheidende Impuls von der kleinsten Strebe ausgehen.

Angela Katzy, Oktober 2005